Baumaterialknappheit & rasante Preiserhöhungen – Was tun?

Materialmangel, anhaltende Lieferkettenverzögerungen, enorme Preissteigerungen bei Baumaterialien, lange Wartezeiten auf Handwerker. In der Presse kommen fast täglich „Horrormeldungen“ zu diesem Thema. Teilweise herrscht Stillstand auf Baustellen, da Materialen nicht mehr geliefert werden können. Für den privaten Wohnungsbaumarkt wird von vielen Experten ein Einbruch vorausgesagt.

Aber was tun, wenn Du Dich schon mittendrin in der Renovierungsphase für Deine eigene Immobilie befindest oder aktuell konkrete Renovierungsmaßnahmen planen möchtest?

Zu diesem Blogartikel gibt es auch eine aktuelle Podcastepisode (#070), die Du hier direkt auch hören kannst:

Ich gebe Dir 7 Tipps, was Du jetzt tun kannst:

  1. Kalkulation der Renovierungskosten
    Wenn Du bereits vor längerer Zeit Deine Kosten für Deine Renovierungs- oder Umbaumassnahmen kalkuliert hast oder Dir ältere Kostenvoranschläge vorliegen, sollten die Zahlen nochmals auf den neusten Stand gebracht werden. Zu empfehlen ist, zumindest 2 Firmen oder Handwerker anzusprechen, um entsprechende Vergleichsangebote vorliegen zu haben. Auch sollten einzelne Bereiche oder Gewerke möglichst detailliert geplant werden. Hierzu stelle ich in diesem Blogartikel gerne ein Erfassungsformular als PDF-Download direkt hier zur Verfügung.
  2. Handwerkerverfügbarkeit
    Wann stehen Dir Handwerker und Facharbeiter zur Verfügung, die die vorgesehenen Maßnahmen umsetzen können? Neben der Ansprache mehrerer Firmen und Handwerker könnte es auch hilfreich sein, Baumärkte anzusprechen, die Handwerksfirmen in verschiedenen Fachbereichen vermitteln. Vielleicht kommst Du dann zumindest in Teilbereichen auf diesem Weg schneller an Handwerker.
  3. Materialbeschaffung
    Bekomme ich die Baumaterialien, die Du für Deinen Umbau oder Renovierung benötigst, überhaupt noch oder zeitnah im Einzelhandel oder in den Baumärkten? Oder kannst du über Deinen Handwerker des Vertrauens über den Großhandel Materialen bestellen, die dir dann schneller zur Verfügung stehen?
  4. Kostensteigerungen künftig berücksichtigen
    Bei Deiner Kostenplanung ist es wichtig, Kostensteigerungen von vorne herein auch einzuplanen, beispielsweise mit 20% oder 30% der aktuellen Kosten. Denn wenn Du zu knapp kalkulierst, und Dir später die Liquidität, ob aus Eigenkapital oder aus Kreditmitteln fehlt, dann könnte dies gleichzeitig Deine Massnahme erheblich verzögern und erschweren.
  5. Zeitverzögerungen einplanen
    Zeitverzögerungen sollten bei Deiner geplanten Massnahme großzügig einkalkuliert werden. Wenn Du bislang 3 Monate eingeplant hast, dann sollte der Planungszeitraum besser auf 6 oder 9 Monate ausgeweitet werden. Es ist besser, Du hast vorsichtig kalkuliert, als wenn diese Zeitverzögerung einen Teufelskreislauf auslösen würde und die Realisierung Deines Projektes dadurch gefährdet sein könnte.
  6. Finanzierungssumme/Eigenkapital anpassen
    Solltest Du für die geplante Renovierungsmaßnahme bereits Kreditmittel zugesagt bekommen haben, dann ist zu empfehlen, rechtzeitig nochmals mit der Finanzierungsbank zu sprechen, ob ggs. eine Erhöhung der Finanzierungssumme möglich ist. Sollte dies nicht der Fall sein oder zu deutlich höheren Zinskonditionen führen, dann wäre zu prüfen, inwieweit anderweitige Eigenkapital oder Eigenkapitalreserven hinzugezogen werden können.
  7. Bereitstellungszinsfreie Zeit anpassen
    Wenn Du eine Finanzierung planst oder bereits geplant hast, dann ist es sehr wichtig, über die sogenannte bereitstellungszinsfreie Zeit nachzudenken und diese anzupassen. Bereitsstellungszinsen bezahlst Du ab einem bestimmten Zeitpunkt für die noch nicht in Anspruch genommene Kreditsumme. Und diese Bereitstellungszinsen können höher sein, als der eigentliche Darlehenszinssatz. Üblicherweise sind 3 Monate als bereitstellungszinsfreie Zeit berücksichtigt. Ich empfehle bei künftigen Maßnahmen, einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten – 9 Monaten einzuplanen.

NOCH EIN WICHTIGER TIPP!
Prüfe die seit 01.07.2021 gegebenen neuen zum Teil deutlich verbesserten Fördermöglichkeiten, um ggs. hierdurch mehr Zuschüsse oder Finanzierungsmittel erhalten zu können.

Neubauten/Kernsanierungen über Bauträger oder Generalunternehmer:
Sofern Du einen Neubau oder eine Kernsanierung über einen Bauträger oder ein Generalunternehmer abwickelst, dann höre Dir meine Podcastfolge #043 hierzu an: „Was tun bei Bauzeitverzögerungen“ und Verschiebung des Fertigstellungstermins. Hier gebe ich Dir wichtige Handlungsempfehlungen (keine Rechtsberatung).

Bei weiteren Fragen zu diesen oder anderen Themen kannst Du gerne mit mir einen Gratiscall (Zoom oder Telefon) hier vereinbaren:

GRATISCALL vereinbaren

Schreibe mir gerne auch hier eine Nachricht.

Keine Kommentare

Kommentar schreiben