Was ändert sich für Immobilienbesitzer in 2021?

In diesem Blogartikel zu der aktuellen gleichnamigen Podcastepisode #044 gehe ich in kompakter Form auf sechs wichtige gesetzliche Veränderungen in 2021 ein:

  1. Verlängerung der Frist bei Beantragung des Baukindergeldes

  2. Künftige Aufteilung der Maklercourtage bei Verkauf einer Immobilie

  3. Neue Regelungen bei Wohneigentum durch die Änderung des Wohneigentumsgesetzes

  4. Neue CO2 Abgaben beim Heizen mit fossilen Brennstoffen

  5. Strengere Feinstaubregeln bei alten Kaminöfen

  6. Höhere Wohnungsbauprämien

 

 

Ein kurzer Hinweis:
Ich habe über verschiedene Quellen recherchiert, kann und darf aber keine Haftung für die Richtigkeit dieser Aussagen übernehmen. Allerdings werde ich am Ende dieses Blogartikels verschiedene Verlinkungen mit weiteren Informationen zu diesen Themen einstellen.

 

1.Verlängerte Frist bei dem Baukindergeld

Bis zu 12.000 € pro Kind unterstützt der Staat Familien beim Kauf oder Bau der ersten eigenen Immobilie in einem Förderzeitraum von zehn Jahren. Die Bundesregierung hat die Frist für das Baukindergeld um drei Monate bis zum 31.3.2021 verlängert. Wer also zwischen dem 1.1.2018 und künftig dem 31.3.2021 einen Kaufvertrag unterzeichnet oder der früheste mögliche Baubeginn seines Vorhabens in diesem Zeitraum fällt, kann einen Antrag auf Baukindergeld stellen. Bisher war dies nur bis zum 31.12.2020 möglich. Das Baukindergeld selbst kann dann unverändert nach Einzug in die neue Immobilie innerhalb der sechsmonatigen Antragsfrist bis maximal zum 31.12.2023 beantragt werden.

 

2.Künftige Aufteilung der Maklercourtage

Käufer von Immobilien müssen in Zukunft nur noch höchstens die Hälfte der Maklergebühren zahlen. Die Kosten werden nun zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. Dieses Gesetz tritt bereits am 23. Dezember diesen Jahres in Kraft. Bisher war es in der Praxis oftmals so, dass der Käufer die komplette Maklerprovision übernommen hat, die je nach Bestimmung des einzelnen Bundeslandes inklusive der normalen Mehrwertsteuer bis zu 7,14 % des Kaufpreises betragen konnte. Die Kosten werden nun zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. Geringere Maklerkosten entlasten insbesondere Immobilienkäufer vor allem in Städten, wo Häuser und Eigentumswohnungen im Verhältnis sehr teuer sind. Damit das neue Gesetz nicht umgangen wird, gibt es gleichzeitig neue Regelungen für Maklerverträge. So muss zum Beispiel der Käufer seinen Anteil erst dann überweisen, wenn der Verkäufer seine Zahlung der Maklerprovision nachgewiesen hat. Neu ist auch, dass für Maklerverträge für Häuser und Eigentumswohnungen künftig die Schriftform vorgeschrieben ist, um künftige Unklarheiten und Missverständnisse zu vermeiden.

 

3. Neue Regeln bei Wohneigentum durch die Änderung des Wohnungseigentumsgesetzes

Das neue Wohnungseigentumsgesetz vereinfacht die Beschlussfassung über bauliche Veränderungen bei Wohnanlagen und Eigentumswohnungen. So können zum Beispiel Eigentumswohnungen Barrierefrei oder Einbruchsicher umgebaut, Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge oder Glasfaseranschluss gelegt werden.  Maßnahmen können aber jetzt künftig mit einfacher Mehrheit beschlossen werden. Die Kosten sind dann jeweils von den Eigentümern zu tragen, die der Maßnahme zugestimmt haben. Stimmen mehr als zwei Drittel zu, müssen alle Eigentümer die Sanierungskosten tragen.

Mit dieser Änderung soll erreicht werden dass künftig die energetische klimaschützende und altersgerechte Modernisierung leichter zu realisieren sind. Denn in so ziemlich fast jeder Eigentümergemeinschaft gibt es immer jemanden, der gegen irgendwelche Maßnahmen grundsätzlich ist.

Ich selbst erlebe das auch. Vor einem Jahr habe ich eine Eigentumswohnung gekauftt und ein Eigentümer unserer Eigentümergemeinschaft ist grundsätzlich immer gegen das, was andere vorschlagen. Diese Regelung soll auch dazu führen, dass kein Modernisierungsstau entsteht und dringend notwendige Maßnahmen auch mit einer entsprechenden Mehrheit hätte ausgeführt werden können. Im Wohnungseigentumsgesetz gibt es noch viele weitere Änderungen, die sehr wichtig sind.

Deshalb ein Tipp:

Wer eine Eigentumswohnung hat, ob eigengenutzt oder vermietet, sollte sich dieses Gesetz genauer anschauen, damit man bei der nächsten Eigentümerversammlung auf die entsprechenden Änderungen gut vorbereitet ist.

4.Neue CO2 Abgabe

Ab 2021 wird das Heizen mit fossilen Brennstoffen teurer. Pro Tonne CO2 kommen jetzt 25 € Klimaschutzabgabe hinzu. D.h. wer mit Öl oder Gas heizt, für den wird es künftig deutlich teurer. Innerhalb von fünf Jahren steigt der CO2 Preis auf 55 € pro Tonne. Bis2025 summieren sich die Mehrkosten durch die neue Abgabe beispielsweise für einen 150 m² Haushalt mit Ölheizung auf circa 1200 €. Diese Aussage hatte die Verbraucherzentrale getroffen beziehungsweise diese Berechnung vorgenommen.

5. Strengere Feinstaubregeln bei alten Kaminöfen

Die Bundesemissionsschutzverordnung schreibt ab 2021 strengere Feinstaubregeln vor, d.h,. dass ab 1. Januar 2021 vor 1995 eingebaute Kaminöfen nur noch betrieben werden dürfen, wenn sie mit einem Feinstaubfilter nachgerüstet wurden. Öfen, die zwischen dem 1. Januar 1995 und 21. März 2010 eingebaut wurden, müssen bis Ende 2024 nachgerüstet oder ausgetauscht werden. Es gibt allerdings Ausnahmen für beispielsweise Öfen, die vor 1950 errichtet wurden. Wenn man unsicher ist, ob man betroffen ist, sollte man sich die Bundesimissionsschutzverordnung genau anschauen oder zum Beispiel auch den zuständigen Schornsteinfeger fragen.

 

6.Mehr Wohnungsbauprämie

Wohnungsbauprämienberechtigte erhalten ab 2021 maximal 70 € für 700 € angespartes Eigenkapital. Die geltende maximale Prämie betrug bisher 45,06 € bei einer maximal geförderten Sparleistung von jährlich 512 Euro. Auch die Einkommensgrenzen steigen für Alleinstehende von bislang 25.600 € zu versteuerndes Jahreseinkommen auf 35.000 €, für Verheiratete von 51.200 € auf 70.000 €. Wichtig ist noch zu wissen, dass die Wohnungsbauprämie dann ausgezahlt wird, sobald das im Bausparvertrag angesammelte Geld auch wohnwirtschaftlich verwendet wird. Hier gibt es bestimmte, festgelegte Definitionen, was einewohnwirtschaftliche Verwendung bedeutet.

Es gibt zwei Ausnahmen:

1. Wer über einen Bausparvertrag verfügt, der vor 2009 abgeschlossen wurde, kann das Bausparguthaben sowie die Wohnungsbauprämie flexibel nutzen und

2. Wer einen Bausparvertrag vor dem erreichen des 25. Lebensjahr abgeschlossen hat, kann nach dessen Zuteilung oder spätestens nach sieben Jahren frei über das gesamte Guthaben sowie die Wohnungsbauprämie verfügen.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich gegenüber Bausparverträgen grundsätzlich etwas kritischer eingestellt bin. Deshalb sollte geprüft werden, ob der eigentliche Bausparvertrag  auch mit den Bauspar- und Darlehensbedingungen sinnvoll ist. Denn unterm Strich soll ja dieser Bausparvertrag oder dieses Bausparmodell einen Mehrwert bringen.

Das waren zunächst die wichtigsten sechs Punkte, was sich für Immobilienbesitzer im Jahr 2021 ändert, ob du eine Immobilie besitzt oder du die Anschaffung beziehungsweise den Bau einer Immobilie planst.

Hier findest du weitergehende Links:

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