Maklercourtage bei Immobilienkäufen – was ändert sich?

Wenn Du eine Immobilie über einen Makler kaufen möchtest, dann zahlst Du als Käufer in der Regel eine Maklerprovision, die sehr unterschiedlich sein kann und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist. Hierzu gab es bislang keine gesetzliche Regelung, sondern nur Empfehlungen, an die sich aber ein Makler nicht zwingend halten musste.

In einigen Bundesländern zahlt bisher nur der Käufer die Maklercourtage, in anderen Bundesländern wird diese auf den Verkäufer und den Käufer aufgeteilt. Im ungünstigsten Fall zahlts Du als Käufer bis zu 7,14% Maklerprovision (unterstellt wurde hier ein Mehrwertsteuersatz von 19%). Bei dem seit 01.07.2020 bis vorerst zum Ende des Jahres 2020 gültigen verringerten Mehrwertsteuersatz von 16% würde die maximale Maklerprovision dann 6,96% statt 7,14% betragen.

Deshalb ist es – unabhängig von gesetzlichen Regelungen oder Änderungen – nach meiner Auffassung sehr wichtig, sich den Erwerb einer Immobilie gut und in Ruhe zu überlegen und keine überschnelle Entscheidung zu treffen. Zu empfehlen ist auch, insbesondere bei älteren bzw. zu renovierenden Immobilien, einen Sachverständigen hinzuzuziehen, um einen realistischen Marktwert ermitteln zu können.

Hier einige Beispiele (auszugsweise) nach den bisherigen empfohlenen Regelungen in den Bundesländern (ohne Garantie auf Richtigkeit):

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Wie schon gesagt, gab es bislang keine einheitliche gesetzliche Regelung. Zum Beispiel wurden im Bundesland Nordrhein-Westfalen (dort ist meine Wohnsitz) abweichende Regelungen – je nach Makler- vorgenommen, dass -wie beispielsweise in Berlin- der Käufer die volle Maklerprovision übernehmen und der Verkäufer als Auftraggeber nichts zahlen musste.

Da ein Käufer in der Praxis bislang keinen oder wenig Einfluss auf die Entlohnung des Maklers hatte, wurde nun ein neues Gesetz vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Dies besagt, dass beim Erwerb von Wohnimmobilien die Courtage des beteiligen Maklers maximal zur Hälfte auf den Käufer abgewälzt werden darf. Das Gesetz wird voraussichtlich im Dezember 2020 oder im Januar 2021 in Kraft treten.

Ziel des neuen Gesetzes ist u.a., dass die Nebenkosten für den Käufer bei dem Erwerb einer Wohnimmobilie gesenkt werden können, damit sich auch ein Kauf eher realisieren läßt.

Es gab in der Bundestagsdebatte Diskussionen, eine einheitliche Regelung für die Höhe der Grunderwerbsteuer herbeizuführen. Dies konnte nicht durchgesetzt werden. Denn die Grunderwerbsteuer beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5% und 6,5% und ist ebenfalls vom Käufer zu zahlen und den weiteren Kaufnebenkosten hinzuzurechnen.

Zudem soll vorgeschrieben werden, dass Maklerverträge in Textform verfasst sein müssen. Dann würde eine Vereinbarung via E-Mail auch ausreichend sein. Damit will man bisherige Unklarheiten hinsichtlich des Inhalts und der erforderlichen Form eines Maklervertrages künftig vermeiden.

FAZIT:

Für mich ist die vorgesehene Neuregelung ab Ende 2020/Anfang 2021 zwar grundsätzlch positiv zu sehen, es ist dennoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn neben den dann immer noch in der Gesamtsumme gegebenen hohen Kaufnebenkosten (ich hätte mir die Senkung der Grunderwerbsteuer auf einen einheitlichen Satz von z.B. 3,5% für alle Bundesländer gewünscht) darf nicht verkannt werden, dass auch in der jetzigen Coronakrise die Kaufpreise an sich für eigengenutzte Wohnimmobilien oftmals sehr hoch bzw. zum Teil deutlich überhöht sind und den eigentlichen Substanzwert der Immobilie nicht wiederspiegeln.

Deshalb ist es – unabhängig von gesetzlichen Regelungen oder Änderungen – nach meiner Auffassung sehr wichtig, sich den Erwerb einer Immobilie gut und in Ruhe zu überlegen und keine überschnelle Entscheidung zu treffen. Zu empfehlen ist auch, insbesondere bei älteren bzw. zu renovierenden Immobilien, einen Sachverständigen hinzuzuziehen, um einen realistischen Marktwert ermitteln zu können.

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